Was man vor der Aufnahme beachten sollte... Screencast-Tipps von Andreas Pilz
Anton Bollen am Donnerstag 8.04.10
Dieser Eintrag wurde von Camtasia Trainer Andreas Pilz geschrieben.
Mit seiner langjährigen Erfahrung im Screencasting-Bereich gibt Andreas Pilz sein Know-How nicht nur auf dem Learn2use.de in Form von Video-Tutorials für Computer-Software weiter, sondern auch in Screencasting-Sessions auf vielen Barcamps. Eines dieser Barcamps war das Barcamp Ruhr 3. Enjoy!
Nach dem Barcamp Ruhr 3 möchte ich Euch einmal einige der Tipps und Tricks nennen, die ich den Teilnehmern meiner "Screencasting HowTo-Session" mit auf den Weg gebe.
- Ziel des Screencasts: Welches Ziel und welche Aktion des Nutzers soll mit diesem Screencast erreicht werden?
- Zielgruppe: Für wen produziert Ihr den Screencast?
- Zielmedium und Zielformat: Wo wird der fertige Screencast veröffentlicht?
- Seitenverhältnis: Widescreen oder normal?
- Auflösung: So groß wie notwendig und so klein wie möglich
1. Ziel des Screencasts: Welches Ziel und welche Aktion des Nutzers soll mit diesem Screencast erreicht werden?
- die Registrierung auf einer Webseite
- der Kauf eines Produkts
- ein Anruf in der Vertriebsabteilung
- das Erlernen der Bedienung einer Software
- die Darstellung Eures Status als Experte
Bevor Ihr Euch Gedanken um die weitere Planung Eurer Screencasts macht, müsst Ihr eine Antwort auf diese Frage finden. Definiert gemeinsam mit den anderen beteiligten Personen ein konkretes Ziel. Danach richtet sich der ganze Aufbau des Screencasts.
2. Zielgruppe: Für wen produziert Ihr den Screencast?

IT-Level:
Die Betrachter Eurer Screencasts verfügen je nach Thema der Videos über ein stark unterschiedliches Technik-Wissen. Bei der Produktion der Screencasts solltet Ihr Euch also überlegen, was Ihr dem Nutzer erklären müsst und was Ihr als bekannt voraussetzen könnt. So ist für einige auch der Hinweis auf den Klick mit rechter oder linker Maustaste notwendig, während dies andere Nutzer langweilen würde.
Ansprache:
Im Screencast sollte man genauso wie in normalen Präsentationen immer die Sprache seiner Zielgruppe sprechen.
Das Zielpublikum kann sehr unterschiedlich sein: Home User, Business, Senioren, Web Crowd.
Sprache:
Besonders bei internationalem Publikum ist eine akzentfreie und langsame Aussprache wichtig.
3. Zielmedium und Zielformat: Wo wird der fertige Screencast veröffentlicht?
Abhängig von Zielmedium und Zielformat sind verschiedene Einstellungen und Regeln bei der Produktion der Screencasts zu berücksichtigen.
Neben dem Hosting der Videos auf eigenen Servern und dem eigens von TechSmith bereitgestellten Dienst screencast.com bieten sich natürlich Videoplattformen wie YouTube an. Die fertigen Videos können auch direkt im Intranet verfügbar gemacht oder auf DVD vertrieben werden.
Ist Eure Zielgruppe im Business-Umfeld zu Hause, solltet Ihr besonderen Wert auf geringe Dateigrößen legen, da sonst das Betrachten der Videos in manchen Firmennetzwerken durchaus zu Engpässen führen kann.
Durch die hohe Verbreitung der Flashplayer liegt Ihr bei der Bereitstellung der Screencasts im Flash-Format selten falsch. Die großen Videoplattformen wie YouTube übernehmen die Konvertierung der Videos für Euch.
4. Aspect Ratio (Seitenverhältnis): "Widescreen oder normal"
Nachdem Ihr Euch entschieden habt wo der Screencast veröffentlicht wird, solltet ihr auch das Seitenverhältnis entsprechend wählen. YouTube verwendet z.B. 16:9
Wird der Screencast in einem anderen Format aufgenommen erscheinen bei Youtube die schwarzen Streifen am Rand.
5. Auflösung: "So groß wie notwendig und so klein wie möglich"
Grundsätzlich sollte die Aufnahmegröße immer möglichst nahe an der Zielauflösung liegen um im fertigen Screencast eine optmale Bildqualität zu erreichen.
Bei bestimmten Anwendungen, z.B. im Backend komplexerer Systeme, wird aber eine relativ hohe Aufnahmeauflösung benötigt (z.B. 1280 x 720), damit alle wichtigen Bereiche des Bildschirms erfasst werden. Die Aufnahme kann dann später in Camtasia Studio entsprechend herunter skaliert werden.
Achtung:
Bei der Bearbeitung kann der Bildschirmausschnitt nochmals reduziert werden. Wird ein nicht aufgezeichneter Bereich nun doch benötigt, ist eine erneute Aufnahme notwendig.
Ich hoffe, dass Ihr von diesem Eintrag etwas gelernt habt. Und falls Ihr die Möglichkeit bekommt, Andreas live auf einem Barcamp zu sehen, so kann ich das nur empfehlen. Tschüß!










Kommentare (1)
"So groß wie notwendig und so klein wie möglich"
Gute Aussage!
@Andreas: ich kann mich noch erinnern, dass du von dem TypeWriter-Effekt auf dem barcamp Nürnberg erzählt hast und wie mühsam das war, die Frames zwischen einzelnen Zeichen auszuschneiden, wenn ich mich nicht täusche.
habe da eine Möglichkeit gefunden, wie man das mit einem Scripting-Programm löst. Ist zwar etwas mehr geek-mäßig, aber schneller. Evtl. guckst du mal in meinem Blog vorbei,vielleicht hilft dir das weiter ;-)
Gruß,
Waldemar
Waldemar Pross | 13.04.10 21:14
13.04.10 21:14